BepiColombo – Auf dem Weg zum Merkur

BepiColombo – Auf dem Weg zum Merkur

Am 20. Oktober startete die BepiColombo Sonde an Board einer Ariane-5-Trägerrakete, von Europas Raumflughafen Kourou aus, zu ihrer spannenden Mission zur Erforschung der Geheimnisse des innersten Planeten unseres Sonnensystems. Die BepiColombo Sonde ist ein gemeinsames Projekt der ESA und JAXA (Japan Aerospace Exploration Agency).

Die Mission des BepiColombo

BepiColombo besteht eigentlich aus zwei Sonden, dem Merkur-Planetenorbiter der ESA (MPO) , und dem Merkur-Magnetosphären-Orbiter der JAXA (MMO), die beiden Orbiter werden von dem Merkur-Transfermodul (MTM) der ESA zum Merkur befördert. Das MTM bezieht seine Energie aus solarelektrischem Antrieb, und aus der Schwerkraft von Planeten. Die Sonde wird einmal an der Erde, zweimal an der Venus und sechsmal am Merkur vorbeifliegen, bevor es Ende 2025 seinen endgültigen Orbit erreichen wird. Während der Flüge an der Venus vorbei werden die Instrumente für Messungen genutzt werden.

„BepiColombo ist eine der komplexesten interplanetaren Missionen, die wie je in Angriff genommen haben“

Damit der nächste Planet der Sonne erreicht werden kann, muss die Sonde ununterbrochen bremsen, um einen kontrollierten Fall Richtung Sonne zu gewährleisten.Die Ionentriebwerke leisten über einen langen Zeitraum nur geringen Schub.

„Eine der größten Herausforderungen ist die gewaltige Schwerkraft der Sonne, wegen der es schwierig ist, ein Raumfahrzeug in eine stabile Umlaufbahn um den Merkur einzubringen.“

BepiColombo
Beide Sonden, zusammengebaut. / ESA

Premieren der Technik

Die Sonde wird hoffentlich einige Premieren, im bezug auf die extremen Temperaturunterschiede, feiern. Das Raumfahrzeug wird Temperaturen von -180 bis über 450°C ausgesetzt sein. Viele der Mechanismen und äußeren Beschichtungen der Raumfahrzeuge wurden noch nie unter solchen Bedingungen getestet. Die Solarzellenflügel des Transfermoduls müssen durch drehung in den richtigen Winkel gebracht werden, um Strahlenschäden vermeiden, gleichzeitig jedoch genug Energie für die Raumfahrzeuge liefern zu können.

Der MPO der ESA wird, dank seines breiten Radiators in der lage sein, effizient Abwärme der Systeme abzuleiten und die Wärme des Planeten zu reflektieren.

Ankunft am Merkur

Einige Monate vor der Ankunft am Merkur wird das Transfermodul abgetrennt, und die beiden Forschungssonden werden – nach wie vor miteinander verbunden – weiterfliegen, bis sie vom Schwerefeld des Merkur erfasst werden. Ihre Flughöhe wird mithilfe der Triebwerke des MPO verändert, bis die gewünschte elliptische polare Umlaufbahn des MMO erreicht ist. Anschließend wird sich der MPO abtrennen und unter Nutzung seiner Triebwerke auf seine eigene Umlaufbahn absteigen.

Die beiden Orbiter werden gemeinsam Messungen vornehmen, die Aufschluss über den inneren Aufbau des Planeten, die Beschaffenheit seiner Oberfläche und die Entwicklung geologischer Eigenschaften – darunter Eis in den im Schatten liegenden Kratern – sowie die Wechselwirkung zwischen dem Planeten und dem Sonnenwind geben werden.


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